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Lukas Strasser: Er ist für die Kicker der SV Ried ein Vorbild

Der 22-Jährige ist bei (fast) jedem Spiel seiner Mannschaft mit dabei.

Wer Lukas Strasser einmal begegnet, der erlebt echte Lebensfreude kombiniert mit einem ausgesprochenen Sinn für Humor. Der 22-jährige Grieskirchner, der seit seiner Geburt im Rollstuhl sitzt, ist so etwas wie das zweite Maskottchen der SV Guntamatic Ried. Sein Schicksal ist für ihn kein großes Thema, viel lieber spricht er über seinen Herzensverein und darüber, wie froh er ist, endlich einen Job gefunden zu haben. Seit April 2019 arbeitet er bei der Firma AV Stumpfl in Wallern. Endlich ein Unternehmen, das dem 22-Jährigen eine Chance geben wollte. 20 Stunden pro Woche arbeitet Strasser im Bürobereich. "Das Betriebsklima ist ein Wahnsinn, ich bin so super aufgenommen worden", schwärmt er im Gespräch mit den OÖN.

 

Rollstuhl im SV-Ried-Design

Seit dem Heimspiel der SV Ried gegen Horn fährt Strasser voller Stolz mit einem neuen Speichenschutz im modernen und individuell gestalteten SV-Ried-Design für seine Räder herum.

Die Idee kam von Ordner-Obmann Heinz Schauberger. Gemeinsam mit SP-Sportstadtrat Peter Stummer und Florian Jetzinger von "Flosign" wurde die Idee umgesetzt. "Luki ist ein Wahnsinn. Immer wenn ich ihn sehe, lacht er über das ganze Gesicht. Jeder bei den Fans mag ihn, nach den Siegen schlägt er immer mit allen ein. Beeindruckend ist, dass er auch bei fast jedem Auswärtsspiel mit dabei ist", sagt Jetzinger.

"Lukas Strasser ist ein echtes Vorbild. Es ist beeindruckend, wie er mit seinem Schicksal umgeht", sagt Stummer.

 

Schwarz-grüne Leidenschaft

2006 war Strasser als Neunjähriger erstmals im Stadion, seine Leidenschaft für die SV Ried nahm vier Jahre später seine Anfänge. "Mein Interesse ist dann immer und immer intensiver geworden, bis es mich 2016 bei einem Auswärtsspiel gegen Altach so richtig gepackt hat. "Da habe ich mir gesagt, entweder ich bin jetzt voll dabei oder gar nicht. Seither fahre ich auch auswärts fast immer mit dem Fan-Bus mit. In der Herbstsaison habe ich nur das Spiel in Lafnitz versäumt", sagt Strasser. Unterstützt wird er dabei von mehreren schwarz-grünen Freunden, die ihn daheim abholen und sich bei den Fußballausflügen um ihn kümmern. Bei den Heimspielen sitzt Strasser in der Nähe der Videoleinwand.

 

Bei den Kickern ist der 22-Jährige beliebt, ein kurzes Gespräch nach den Spielen ist für viele eine Selbstverständlichkeit. Eine besondere Beziehung hatte Strasser zu Lukas Grgic und Stefano Surdanovic, die im Sommer zu anderen Vereinen wechselten. "Das Verhältnis zu den beiden war sehr speziell, ist es noch immer. Von der aktuellen Mannschaft verstehe ich mich mich mit Arne Ammerer und Urgestein Thomas Reifeltshammer am besten", sagt Strasser und lacht.

Grgic, mittlerweile bei Bundesligist Wattens, verabschiedete sich im Sommer telefonisch persönlich bei Strasser. "Er ist ein toller Mensch, dessen Lebensfreude und Humor ich sehr schätze. Er ist auch für uns Fußballer ein Vorbild. Ich hoffe, dass wir uns bald wieder einmal sehen", sagt Grgic im Gespräch mit den OÖN.

Gerne würde der Grieskirchner in der kommenden Saison wieder in die großen Stadien des Landes nach Wien oder Salzburg fahren. Dazu müsste die SV Ried aber im dritten Anlauf den Wiederaufstieg in die Bundesliga schaffen. "Den Aufstieg zu schaffen wird sehr hart. Ich kann nur hoffen, dass den Klagenfurtern irgendwann der Pfeffer ausgeht, weil die spielen bisher wirklich stark. Meine Hoffnung, dass wir es endlich schaffen, ist aber durchaus groß."

 

Streif/OÖ Nachrichten

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