Florian Sturm im OÖNachrichten Interview

RIED. Mit dem morgigen Heimspiel gegen Mattersburg haben sich die Rieder vorgenommen, die Nullrunden hinter sich zu lassen. Mittelfeldspieler Florian Sturm möchte im Frühjahr möglichst oft eingesetzt werden.

OÖN: Sie wurden vergangenes Jahr oft für Neuhofen in der Landesliga eingesetzt, hat Ihnen das etwas ausgemacht?
Sturm: Wegen der Landesliga bin ich nicht nach Ried gekommen. Aber verletzungsbedingt waren diese Einsätze für mich ganz gut, um wieder Spielpraxis zu bekommen. In der Bundesliga wird natürlich ein ganz anderes Tempo gespielt.

OÖN: Morgen steht das Spiel gegen Mattersburg am Programm, welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Sturm: Endlich einen Frühjahrssieg feiern zu können. Ich denke, das ist höchste Zeit.

OÖN: Was waren die Gründe für die Schlappe?
Sturm: Einerseits hatten wir in der Mannschaft einige Verletzte. Und es is uns nicht gelungen, Tore zu schießen. Ohne Tore gewinnt man eben kein Spiel. Oft haben die Gegner in den Anfangsminuten getroffen. Das ist natürlich auch so eine Sache.

OÖN: Am Rasen geht es manchmal ganz schön wild zu, haben Sie oft Schmerzen?
Sturm: Schmerzen hat man von klein auf, irgendwann nimmt man sie nicht mehr wahr. Einen Tritt zu bekommen, gehört dazu.

OÖN: Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Fußballkarriere gesteckt?
Sturm: Die Branche ist so schnelllebig und schwer planbar. Man weiß nie, was passiert. So lange es aber Spaß macht und ich mich nicht am Morgen aus dem Bett zum Training quälen muss, will ich Profifußballer bleiben. Später könnte ich mir vorstellen, Trainer zu werden. Für das Frühjahr kann ich aber sagen, dass ich mir möglichst viele Einsätze wünsche.

OÖN: Wie wird man Fußballprofi, welche Tipps können Sie dem Nachwuchs geben?
Sturm: Immer ein bisschen mehr Aufwand betreiben, als die anderen. Klarerweise gehört auch ein bisschen Talent dazu und Eltern, die einen unterstützen. Ich war elf Jahre alt, damals haben mich meine Eltern viermal pro Woche 120 Kilometer gefahren, bis ich alt genug dazu war, selbst mit dem Zug zum Training zu kommen. Und was auf keinen Fall fehlen darf, ist die richtige Einstellung. Gerade das Alter zwischen 15 und 20 Jahren ist schwierig, da werden Discos und Mädchen interessant.

OÖN: Man braucht aber nicht unbedingt wie ein Mönch zu leben …
Sturm: (lacht) Nein, bestimmt nicht. Man muss nur wissen, was man will. Und wenn am Samstag ein Spiel ist, kann man halt Freitagabend nicht um die Häuser ziehen.

OÖN: Was sagt Ihre Freundin zu Ihrem Beruf?
Sturm: Jelena ist nicht unbedingt fußballfanatisch und ehrlich gesagt, passt mir das ganz gut.


Das Interview führte Martina Weidenholzer / OÖNachrichten