Die Partie in der BWT Oberösterreichische Arena begann schwungvoll. In der Anfangsphase entwickelte sich rasch ein munteres, sehr abwechslungsreiches Spiel mit offenem Visier. Die Gäste aus Wallern agierten von Beginn an giftig in den Zweikämpfen, was sich in einer frühen Gelben Karte für Felix Huspek (13., Foul) zeigte. Sie versuchten immer wieder, über die Außenbahnen Nadelstiche zu setzen, während Ried die spielerische Lösung durch das Zentrum suchte. Nach einer verletzungsbedingten frühen Auswechslung bei Wallern – Emmanuel Ebbu kam für Hannes Huber ins Spiel (23.) – flachte die Partie spielerisch etwas ab.
Kurz vor dem Pausenpfiff holte sich Gästespieler Lukas Schindler wegen lautstarker Kritik noch die Gelbe Karte ab (40.). Nur wenige Augenblicke später, etwa fünf Minuten vor der Halbzeitpause, hielten die Zuschauer im Stadion den Atem an: Nach einem Handspiel im Rieder Sechzehner schrillte lautstarker Elfmeteralarm. Schiedsrichter Philipp Hubinger entschied jedoch sofort auf Weiterspielen – eine knappe, aber vertretbare Entscheidung, mit der es torlos in die Kabinen ging.
Zur zweiten Halbzeit brachte Ried-Coach Marcel Thallinger mit Loiange Delphin Ondoa Belinga für Philip Weissenbacher eine frische Offensivkraft. Die Hausherren kamen mit spürbar mehr Zug zum Tor aus der Kabine. Nur fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff vergab Joris Boguo noch kläglich, als er eine hundertprozentige Großchance über den Querbalken hämmerte (50.). Doch in der 56. Minute machte es der Angreifer deutlich besser: Nach einer präzise getretenen Standardsituation kam der Ball zu Joris Boguo, der das Leder aus spitzem Winkel im Sechzehner unhaltbar zum erlösenden 1:0 im Netz unterbrachte.
Gästetrainer Julian Baumgartner reagierte mit einem Doppelwechsel und brachte Alexander Dallhammer sowie Emmanuel Orji Okeh ins Spiel (62.). Wallern warf nun alles nach vorne und erarbeitete sich in dieser Phase einige hochkarätige Tormöglichkeiten zum Ausgleich. Die Rieder Abwehr rund um Kapitän Jonas Schwaighofer stand jedoch bombensicher und warf sich leidenschaftlich in jeden Ball.
Als die Gäste in der absoluten Schlussphase endgültig die Defensive auflösten, kam es in der 96. Minute zu einer skurrilen Szene: Nach einem weiten Befreiungsschlag der Rieder nach vorne eilte Wallern-Keeper Patrick Moser weit aus seinem Kasten, um den Ball vor dem heranstürmenden Daniel Frauscher wegzuschlagen. Patrick Moser traf den Ball jedoch überhaupt nicht richtig. Der gedankenschnelle Joker Daniel Frauscher schnappte sich das Leder in der Mitte der gegnerischen Hälfte und lief völlig unbedrängt auf das verwaiste Tor zu, ehe er lässig zum 2:0-Endstand einschoss. In einer emotionalen Nachspielzeit sah der Rieder Torschütze Joris Boguo noch Gelb wegen einer Unsportlichkeit (90.+4), Sekunden später beendete der Schiedsrichter den intensiven Schlagabtausch.
Durch diesen extrem wichtigen Heimsieg klettern die Jungen Wikinger Ried mit nun 22 Punkten auf den 14. Tabellenplatz. Viel wichtiger jedoch: Der Vorsprung auf das Tabellenschlusslicht St. Anna/A. ist uneinholbar, wodurch der Verbleib in der dritthöchsten Spielklasse für die kommende Saison endgültig in trockenen Tüchern ist.
Statement Lukas Triebel (Teammanager Junge Wikinger Ried):
„Durch diesen hart erkämpften Heimsieg haben wir die erneute Teilnahme an der Regionalliga für das nächste Jahr nun auch rechnerisch fixiert. Es ist großartig zu sehen, dass sich einige unserer jungen Spieler aus der eigenen Akademie im Erwachsenenfußball nicht nur hervorragend etablieren, sondern sich dort auch spielerisch absolut durchsetzen können. Am nächsten Wochenende wartet mit dem Auswärtsspiel in Weiz ein extrem schwieriger Gegner auf uns. Dort wollen wir an die heutige starke Leistung und diesen Erfolg nahtlos anknüpfen.“
Junge Wikinger Ried: Marcel Köstenbauer – Alessandro Goiginger, Jonas Schwaighofer, Conrad Scholl, Philip Weissenbacher (46. Loiange Delphin Ondoa Belinga) – Nevio Zotz (67. Timon Spiegl), Joris Boguo, Elias Krain (80. Felix Leodolter), Dominik Kirnbauer – Sefiwu Abubakar (82. Daniel Frauscher), Leonit Zeqiri
Ersatzspieler: Dominik Stöger, Volodymyr Danylenko
Trainer: Marcel Thallinger
Quelle: Ligaportal



